Quito

Guten Morgen liebe Menschis! (Hier ist es gerade 6:51 Uhr und ich kann nicht mehr einschlafen. Ich vermute, dass es am Jetlag liegt, aber die Hähne sind auch sehr laut morgens :,). Jetzt geht es aber erst einmal um die ersten paar Tage, die wir in Quito verbracht haben.

Am Dienstag sind wir gegen 5 Uhr morgens Ortszeit in Quito gelandet. Für unsere Körper war es aber schon 12 Uhr Mittags, weshalb ich eigentlich schon relativ wach war. Die Nacht war aber trotzdem nicht so gut, wie ich schon im letzten Beitrag berichtet habe. Lenin, unsere Ansprechperson hier in Ecuador hat uns zusammen mit noch einem anderen Mann, Roberto, vom Flughafen abgeholt. Mit dem schon etwas älteren Auto von Roberto sind wir dann etwa eine Stunde zum Hostel von Lenins Bruder gefahren, wo wir die nächsten zwei Nächte geblieben sind. Die Fahrt war der erste kleine Kulturschock: Die Ecuadorianer fahren echt wie Verrückte. Zum Glück sind wir aber gut im Hostel angekommen und konnten uns dort erst einmal ein bisschen ausruhen. Lange hatten wir dafür jedoch nicht. Zeit, denn Lenin hat uns direkt weiter zum Frühstück geschleppt. Geschleppt ist vielleicht der falsche Ausdruck, weil wir alle echt ziemlich dolle Hunger hatten. Unser erstes ecuadorianisches Frühstück hat mich leider nicht so ganz überzeugt. Es gab Rührei mit Schinken, jugo de naranjilla, Früchte und ein bolón de verde mit Schweinefleisch gefüllt.

Weil wir alle echt müde waren, sind wir nach dem Frühstück wieder zurück ins Hostel und haben uns ein bisschen ausgeruht. Geschlafen haben wir aber nicht, um nicht den Schlafrhythmus noch mehr durcheinander zu bringen, als er eh schon ist. Im Hostel haben wir die schöne Aussicht von der Terasse genossen, Nachrichten beantwortet und ein bisschen UNO gespielt.

Am Nachmittag sind wir dann schließlich aufgebrochen, um für alle SIM-Karten zu kaufen. Jetzt habe ich auch Internet ohne WLAN 😀 Danach sind wir wieder ins Zentrum von Quito gefahren und haben uns dort ein paar Orte angeschaut, um danach Abendessen zu gehen. Das hat mir schon deutlich besser gefallen als das Frühstück. Besonders gut fand ich die Avocado und Menestra (eine Art Bohnen- und Linsensoße). Als wir aus dem Restaurant wieder herausgekommen sind, war es schon dunkel, was irgendwie noch etwas gewöhnungsbedürftig ist. Die Sonne geht nämlich immer ca. um 6 auf und um 6 auch wieder unter. Wieder im Hostel haben wir noch ein bisschen gechillt und geredet und sind dann trotzdem relativ früh ins Bett gegangen, weil wir echt müde waren.

Am nächsten Morgen sind wir wieder Frühstücken gegangen, aber diesmal in einem anderen Restaurant und dort war es ein bisschen leckerer, aber auch weniger typisch ecuadorianisch. Der Saft war aber schon sehr typisch: tomate de árbol. Mir wurde gesagt, dass der Geschmack gewöhnungsbedürftig ist, aber ich fand den Saft total lecker. Es hat mich ein bisschen an Physalis erinnert. Nach dem Frühstück haben wir uns auf den Weg zur TelefriQo (einer Seilbahn) in Quito gemacht und sind das erste Mal mit dem Taxi gefahren. Mit der Seilbahn sind wir auf ca. 4000 m hoch gefahren und konnten von dort aus die Aussicht über die Stadt und auch auf andere Berge genießen. Sowohl in Quito als auch dort oben, war es ungewöhnlich anstrengend und schon bei einem kleinen Anstieg waren wir alle ziemlich außer Atem. Das liegt bestimmt an einer Mischung aus der Höhe und meiner schlechten Ausdauer xD

Von der unteren Seilbahnstation sind wir dann wieder mehr ins Zentrum von Quito gelaufen und haben uns in einem Park etwas ausgeruht. Dort hat Lenin Mango für uns gekauft und ich habe das erste Mal eine ecuadorianische Mango probiert. Die war eeeeeeecht lecker! Viel intensiver als in Deutschland. Von dort aus sind wir weiter in ein Restaurant, um Abendessen zu essen und das war auch echt lecker. Es gab wieder Ei, Reis und eine Bohnensoße. Yummy.

Auf dem Rückweg konnten wir noch die Kathedrale von außen bewundern und sind dann nach dem Packen unserer Koffer wieder tot ins Bett gefallen, weil wir am nächsten Tag schon in unsere Gastfamilien fahren würden.

Am nächsten Morgen sind wir zusammen mit der Gastmutter einer Mitfreiwilligen, die extra nach Quito gekommen ist, frühstücken gegangen und es war ziemlich lecker! Dort habe ich mir auch zum Mitnehmen eine Zimtschnecke gekauft (die am Ende leider gar nicht so lecker war :,). Wieder zurück im Hostel haben wir unsere gepackten Koffer geschnappt und uns von den zwei Freiwilligen sowie Lenin verabschiedet, weil diese eher in den Süden mussten und wir anderen 4 (+ die Gastmama) in den Norden. Da es zwei Terminals gibt, die auch relativ weit auseinander sind, haben wir uns also aufgeteilt und wir sind mit einem großen Taxi zum nördichen Busterminal gefahren. Von dort aus bin ich mit meiner Mitfreiwilligen und ihrer Gastmutter zum Vogelreservat Maraksacha, wo meine Mitfreiwillige arbeitet. Ihre Gastmutter ist soooooo lieb und herzlich und wir haben ein super leckeres Mittag bekommen und eine kleine Tour über einen kleinen Teil des Geländes. Dort haben wir dann noch die Zeit zusammen verbracht, bis ich von Jonas, meinem Chef, mit dem Auto abgeholt wurde. Während des Wartens, haben wir einfach nur die Natur und die ganzen Vögel beobachtet und geredet. Das war total schön! In Maraksacha gibt es soooooo viele Kolibris, das war wirklich unglaublich. Auch andere Vögel konnte man ganz aus der Nähe super gut beobachten. Ich kann gar nicht mit Worten beschreiben, wie beeindruckt ich war (und immer noch bin!!!).

Um ca. 17 Uhr hat mich Jonas dann abgeholt und wir sind nochmal ca. eine Stunde nach Mindo gefahren. Dort hat er mich direkt beim Haus meiner Gastfamilie abgeliefert und meine Gastschwester hat mir eine Tour durch das Haus gegeben, weil meine Gastmutter noch nicht Zuhause war. Ein bisschen seltsam hat sich das schon angefühlt. Naja, später gab es dann Abendessen (leider ein bisschen trocken :,) und meine Gastgeschwister haben mich mit Fragen gelöchert, aber ich hab nur die Hälfte verstanden, weil ich zum einen sehr müde war und zum anderen die Kinder teilweise echt schnell oder undeutlich gesprochen haben. Außerdem war am Freitag mein erster Arbeitstag, weshalb ich gerne ausgeschlafen sein wollte (was auch nur so semi funktioniert hat, aber dazu ein anderes Mal mehr).

Ich denke, dass ich jetzt erst einmal eine Weile brauche, um mich an alles zu gewöhnen: Das neue Zimmer, die Gastfamilie und die Arbeit. Hoffentlich finde ich mich schnell ein, weil das bestimmt die anstrengendste Phase ist und ich ehrlich gesagt nicht so Lust darauf habe, mich die ganze Zeit so verloren zu fühlen. Ja, I know, das ist alles Teil der experience, aber Lust habe ich darauf trotzdem nicht so dolle :/


Ich hoffe wir hören ganz bald wieder voneinander!! Bis dahin

Edda