Der Camino de Santiago

Hola, es tut mir total leid, dass ihr dann doch nicht wirklich was von mir gehört habt, es war dann zum Schluss doch ein bisschen durcheinander alles und vor allem hatte ich so gut wie keine Zeit für mich alleine. Deshalb habe ich mir dann gedacht, dass ich vielleicht doch einen großen Bericht am Ende mache, der dann aber vielleicht nicht ganz so detailliert ist. Ich hoffe ihr freut euch trotzdem!

Wenn ihr euch gerne die Routen ein bisschen genauer anschauen wollt, könnt ihr das auf Komoot tun. Den ersten Tag habe ich leider vergessen, unseren Weg aufzuzeichnen, aber die anderen Tage habe ich alle! Den Link zu meinem Profil findet ihr neben dem kleinen Symbol von Instagram (entweder ganz oben rechts oder ganz unten).

Vom ersten Tag habe ich ja schon ganz gut erzählt, mehr ist auch nicht wirklich passiert. Am Abend sind wir noch Abendessen gegangen und es war ganz ok. Danach sind wir eigentlich auch schon alle ins Bett gegangen, weil wir ja am nächsten Tag früh raus mussten.

Am ersten Tag sind wir von O Porriño nach Rodondela gelaufen, das waren insgesamt ungefähr 16 km. Weil es aber ziemlich warm war (25 Grad), war es ziemlich anstrengend. Dieses Wetter ist eigentlich ziemlich untypisch für Galizien, weil es dort normalerweise immer regnet oder zumindest bewölkt ist, aber es muss ja immer mal die Sonne scheinen oder? Obwohl wir ziemlich kaputt waren, sind wir am Ende des Tages noch mit zum Strand gegangen und es war wirklich schön! Hier ein paar Fotos:

Am zweiten Tag sind wir dann von Redondela bis Pontevedra gelaufen, das waren laut meiner Aufzeichnung 20 km. Danach waren wir alle wirklich fertig. Diesmal war es mit der Hitze aber viel besser, weil wir viel durch kleine Wäldchen gelaufen sind und das hat extremst geholfen. Trotzdem ist der zweite Tag meiner Meinung nach immer der schlimmste, weil es alles noch vom ersten Tag weh tut. Am Ende haben wir es aber geschafft!! Hier ein paar Fotos vom zweiten Tag:

Von Pontevedra ging es am dritten Tag nach Caldas de Reis, das waren ungefähr 22 km und die längste Strecke, die ich jemals bevor in meinem Leben an einem Tag gelaufen bin. Ich muss zugeben, dass ich auch zieeeeeemlich fertig war am Ende. An diesem Tag hat es ab und zu ein bisschen geregnet und die Sonne war nicht mehr wirklich zu sehen… Wir sind durch total schöne Märchen Wälder gelaufen und wurden zum Schluss mit einer heißen Quelle belohnt, wo wir unsere Füße und Beine ein bisschen ausruhen konnten. Ich würde sogar sagen, dass das der beste Tag war, weil es perfektes Wanderwetter war (nicht zu warm und nicht zu kalt) und wir sind auch nicht dolle nass geworden. Außerdem haben wir in einem Hotel geschlafen und hatten unsere eigenen Zimmer und deshalb habe ich endlich mal genug geschlafen! Hier die Fotos:

Tag vier: Von Calda de Reis ging es bis nach Padrón, wieder ein bisschen weniger, „nur“ 18 km. Am vierten Tag ging es wieder viel durchs Grüne, allerdings hat es fast die ganze Zeit geregnet, sodass wir am Ende alle ziemlich nass waren und dreimal dürft ihr raten, wer keine Wechselschuhe dabei hatte: richtig, ich. Ich habe dann einfach einen auf deutschen Touri gemacht und bin mit Socken in die Badelatschen geschlüpft, aber das ist zumindest besser als die ganze Zeit mit nassen und kalten Füßen rumzulaufen! Fotos:

Der fünfte Tag war der letzte Tag, an dem wir auch gelaufen sind. Leider sind meine Schuhe nicht zu hundert Prozent wieder trocken geworden vom Vortag, weshalb ich mit feuchten Schuhe wieder loslaufen musste. An sich war das erstmal kein Problem, weil es nicht direkt angefangen hat zu schütten und deshalb sind meine Schuhe auch ziemlich lange trocken geblieben, zumindest mehr oder weniger. Am Ende waren sie dann natürlich doch wieder nass. Der fünfte Tag war außerdem der Tag mit der längsten Strecke. Wir sind insgesamt fast 26 km gelaufen. Das hat also die längste Strecke meines Lebens nochmal überholt und das alles am letzten Tag mit Rucksack und viel Regen! Darauf bin ich schon ein bisschen stolz 🙂 Als wir dann in Santiago angekommen waren, hatten die Freiwilligen eine kleine Überraschung vorbereitet: Den Weg bis zur Kathedrale sind wir begleitet von einem Mann, der Dudelsack gespielt hat, gelaufen. Zum Schluss haben wir alle zusammen noch im Regen getanzt. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich zu diesem Zeitpunkt nicht wirklich gute Laune hatte, weil ich mir am letzten Tag doch noch eine Blase gelaufen hatte, mir überhaupt alles weh tat und ich einfach nur gerne trockene Socken angezogen hätte. Als ich dann endlich trockene Socken an hatte, war meine Laune auch tausendmal besser. Nach dem Abendessen haben wir noch unsere Zertifikate (ich weiß nicht, wie ich es nennen soll) bekommen, dass wir auch wirklich in Santiago de Compostela angekommen sind. Danach haben wir die Stadt noch ein bisschen erkundet, aber auch nicht mehr total lange, weil wir schließlich alle müde und kaputt waren. Den Abend haben wir dann abgschlossen, indem wir noch eine Folge Heartstopper geschaut haben. Na gut, wir haben sie besser gesagt angefangen, weil ich die ganze Zeit immer wieder eingeschlafen bin. Der Abschluss des Tages war wirklich schön und es ist so unbeschreiblich schön, so gute Freunde hier zu haben.

Am Donnerstag hatten wir noch ein bisschen Zeit für uns, um einfach die Satdt zu erkunden oder zu machen, was auch immer wir wollten. Hier die Fotos:

Insgesamt hat mir der Camino de Santiago wirklich gut gefallen, vor allem, weil ich mit meinen Freunden hier zusammen war und es war total lustig mit ihnen, wir haben viel gelacht. Ich glaube das genze schweißt auch nochmal total zusammen. Ich habe jetzt übrigens eine Freundin, die ein bisschen näher wohnt, in der Tchechischen Republik!! 😀

Ich kann es euch auf jeden Fall sehr empfehlen, wenn ihr darüber nachdenkt den Weg zu machen. Allerdings muss ich hinzufügen, dass wir den camino portugués (den portugiesischen Weg) gemacht haben, der verläuft ein bisschen anders, aber der war auf jeden Fall sehr schön. Ich hoffe es hat euch gefallen!


Bis ganz bald, Edda