Schon wieder Quito und ein Monat

Da ich seit 10 Tagen einfach schon einen Monat hier in Ecuador bin, habe ich gedacht, dass es mal wieder Zeit ist, einen Blogeintrag zu schreiben. Abgesehen davon ist auch einfach ein bisschen was passiert oder besser gesagt, meine Stimmung hat sich auch wieder ein bisschen geändert. So viel ist nämlich auch wieder nicht passiert xD

Die Woche nach dem letzten Eintrag war ich erst einmal ein kleines bisschen krank. Vielleicht auch mehr als ein kleines bisschen, aber ich würde sagen, dass ich mich schnell wieder erhohlt habe. Ich war einen Tag Zuhause und habe wirklich nichts gemacht, außer im Bett gelegen und am nächsten Tag ging es mir schon sehr viel besser und ich war wieder arbeiten.

Am Freitag hatten wir dann frei, weil jeder erste Freitag im Monat frei ist, um Überstunden auszugleichen. Jakob (zur Erinnerung: der andere Freiwillige aus Österreich, der auch bei SALEM arbeitet) hatte den Plan, nach Quito zu fahren, um ein paar andere österreichische Freiwillige zu besuchen und hatte mich gefragt, ob ich mitkommen möchte. Natürlich habe ich ja gesagt und irgendwie kam es dann am Ende dazu, dass noch 3 andere Freiwillige von meiner Organisation auch mit nach Quito gekommen sind und ich habe mich echt gefreut, sie alle mal wiederzusehen!

Am Freitag sind wir dann erstmal schön einkaufen gegangen, um ein paar Sachen zu besorgen, die man vielleicht nicht so einfach in kleineren Orten bekommt (wie zum Beispiel Sushireis xD). Dabei habe ich mir auch Schuhe gekauft, die zum Laufen geeignet sind, weil hier alle jeden Samstagmorgen zusammen laufen gehen und ich dachte, dass ich ja einfach mal mitmachen könnte. Mal schauen, ob das gut geht. Eigentlich bin ich nicht die größte Läuferin, aber wer weiß, wie es am Ende meiner Zeit hier aussieht :,)

Den Samstag haben wir dann genutzt, um zur Mitad del Mundo zu fahren, also dem Ort, an dem angeblich der Äquator verläuft. Leider mussten wir feststellen, dass das nicht so ganz stimmt und das Monument, das dort gebaut wurde, gar nicht genau auf dem Äquator liegt. Es war wie ein kleiner Freizeitpark, aber statt Achterbahnen gab es Museen, ganz viele kleine Läden und Restaurants. An sich war es schon sehr cool, aber eben auch sehr touristisch. Am Abend sind wir dann noch mit dem Uber zur Statue gefahren, die über Quito auf einem Hügel steht. Von dort hat man normalerweise eine sehr gute Aussicht über die Stadt, aber zum einen war es schon ein bisschen dunkel und zum anderen hat es geregnet, weshalb sich die Aussicht dann doch etwas in Grenzen gehalten hat. Auf dem Rückweg mit dem Uber kam auf einmal ein Bus (eigentlich sollten nur 4 Leute dort mitfahren) und dann haben wir gefragt, wie viele er mitnehmen kann und er meinte eigentlich nur 5 (wir waren 7), aber es können auch noch Leute in den Kofferraum. Dann sind wir halt im Kofferraum mitgefahren, war auch ein Erlebnis.

Am Sonntag morgen sind wir dann noch ein bisschen durch die Altstadt geschlendert und sind dann zur Buchmesse gefahren, die gerade in Quito war. Natürlich nicht vergleichbar mit der Leipziger Buchmesse, aber vielleicht war das auch besser so, weil es echt warm dort drinne war. Trotzdem konnte ich ein Buch von einer ecuadorianischen Autorin finden, das echt cool klang und jetzt freue ich mich total darauf, das zu lesen! Erstmal muss ich aber das beende, das ich gerade lese.

Insgesamt war das Wochenende in Quito also echt cool, aber es war ein bisschen anstengend, dass ich die ganze Zeit noch ein bisschen krank war. Meine Halsschmerzen haben sich nämlich in Husten verwandelt und das war echt nicht schön. Am Sonntag war ich echt ziemlich heiser. Irgendwie war es am Montag aber viel, viel besser. Keine Ahnung, ob der krasse Regen mich wieder gesund gemacht hat oder so xD Am Sonntag Nachmittag als wir dann auf dem Rückweg wieder zur Unterkunft waren, um den letzten Bus zurück zu nehmen, hat es auf einmal suuuuuper dolle geschüttet, als wir wieder aus der U-Bahn rausgekommen sind. Es muss sogar gehagelt haben, weil auf dem Boden noch ein bisschen Eis lag. Wie auch immer, innerhalb von einer halben Stunde haben sich Quitos Straßen in Flüsse verwandelt und weil wir unseren Bus nicht verpassen wollten, mussten wir durch diese Flüsse durchwaten. Dadurch, dass es vorher auch gehagelt hatte, das ganze Eis also geschmolzen ist und es auch generell einfach relativ kalt in Quito ist, waren diese Wassermassen unfassbar kalt und innerhalb von ein paar Sekunden waren meine Schuhe nass. Spätestens aber als wir durch die erste Straße gewatet sind, konnte ich meine Füße nicht mehr spüren und das Rennen hat meiner Lunge gar nicht gut getan. Trotzdem ging es mir am nächsten Tag einfach wieder gut. Kneippen soll ja gut sein oder so. Zum Glück hatte ich aber noch einen kompletten Satz Wechselsachen in der Unterkunft und konnte deshalb komplett trocken im Bus wieder nach Hause fahren. Das war schon ein großer Luxus, dass wir mit dem Uber zur Busstation fahren konnten!

Die darauf folgende Woche war ich eigentlich nur arbeiten bzw. am Abend dann kaputt und müde Zuhause. Trotzdem wird es mit jeder Woche besser. Ich fühle mich immer wohler und weniger fehl am Ort (I know, ich wiederhole mich). Wer weiß, vielleicht kommt irgendwann der Punkt, dass ich wirklich zu 100% hier angekommen bin. Ich würde behaupten, dass das schon fast bei meine Gastfamilie stimmt, weil ich mich mit ihnen echt wohl fühle. Mit meinem kleinen Gastbruder habe ich schon fast eine Geschwisterbeziehung. Er ärgert mich immer und ich ärgere zurück. Aber ich bin auf jeden Fall sehr froh und fühle mich wohl bei ihnen.

Der nächste Freitag war schon wieder frei, weil es ein Feiertag war und diesmal haben uns die Österreicher, die in Quito wohnen, hier in Mindo besucht. Sie sind aber nicht alleine gekommen, sondern haben noch einen italienischen Freiwilligen und einen Ecuadorianer mitgebracht. Da sie aber erst gegen Mittag ankommen sollten, sind Jakob und ich noch ein bisschen spazieren gegangen und haben ein paar neue Orte bzw. Straßen in Mindo entdeckt, das war sehr cool. Außerdem habe ich das Gefühl, dass ich inzwischen echt gut mit Jakob befreundet bin, was mich total freut, weil es echt cool ist, jemanden immer in der Nähe zu haben, mit dem man sich wirklich gut versteht, auch wenn er mich immer noch sehr viel ärgert, weil er ein persönliches Problem mit Deutschen hat, aber darüber muss er halt hinweg kommen. An dem Freitag haben wir dann nicht viel mehr gemacht, als alle zusammen Mittag und nach einer kleinen Pause Zuhause auch Abendessen zusammen zu essen.

Am Samstag war dann aber volles Programm: Um 7 Uhr morgens sind wir zum Joggen gegangen, danach nur eine kurze Pause zum Duschen Zuhause, um danach direkt Encebollado zu frühstücken (das aller typischste ecuadorianische Gericht, schemeckt ganz gut). Danach sind wir dann zu einer Art Seilbahn gefahren, die mit einem Automotor betrieben wurde und uns auf die andere Seite eines Tals gebracht hat, wo es ziemlich viele Wasserfälle gibt. Zu diesen sind wir dann gewandert und das war echt ziemlich beeindruckend, wie viel Kraft Wasser haben kann. Am Abend waren wir dann nochmal zusammen Essen.

Das ganze Laufen vom Samstag war wohl etwas zu viel, denn am Sonntag hatte ich echt ziemlich dolle Muskelkater. Treppen laufen war ziemlicher Horror. Trotzdem musste ich laufen, weil ich am Morgen direkt nochmal nach Quito fahren wollte bzw. musste. Der Plan war, den Bus zu nehmen, der um 11 Uhr hier in Mindo losfährt. Dummerweise meinte die Dame, die die Tickets verkauft aber, dass der Bus schon voll wäre und der nächste um 15 Uhr fahren würde. Das war mir ein bisschen zu spät, weshalb ich Jakob angerufen habe, weil ich wusste, dass er und seine Gastfamilie auch nach Quito zu einem Fußballspiel fahren wollten, als Überraschung für seinen Gastvater. Wie die Ecuadorianer so sind, haben sie mich natürlich mitgenommen, obwohl das Auto eigentlich schon voll war. Deshalb hat Jakob seinen kleinen Gastbruder auf den Schoß genommen, welcher direkt eingeschlafen ist (es gibt sehr viele lustige Bilder vom schlafenden Gastbruder xD). Als wir mit dem Auto angekommen sind, habe ich dann noch ein Taxi zur Unterkunft genommen, wo ich auch andere Freiwillige getroffen habe, mit denen ich dann noch ins Museum, einen Tee trinken und schließlich auch Abendessen gegangen bin.

Am Montag stand dann endlich eine ganz große Mission an (na gut, so groß war sie eigentlich gar nicht): Die ecuadorianische Cédula besorgen. So wird der Personalausweis in vielen lateinamerikanischen Ländern genannt. Jetzt bekomme ich offiziell die Preise für Einheimische! In Realität denken sie wahrscheinlich einfach immer, dass ich Touristin bin und rechnen deshalb trotzdem immer den Touripreis ab, aber gut :,)

Weil es am Montag dann ein bisschen knapp geworden ist, mit zurückfahren, habe ich mich dazu entschlossen, erst den Bus Dienstag Morgen zu nehmen. So bin ich dann gegen Mittag wieder in Mindo angekommen und konnte noch die zweite Hälfte des Tages arbeiten gehen. Inzwischen gehe ich schon echt gerne nach SALEM. Vor relativ kurzer Zeit wurde eine Tischtennisplatte gespendet und jetzt spiele ich fast immer Tischtennis mit ein paar der Kinder. Sie sind in super kurzer Zeit echt super gut geworden und besiegen mich jetzt sogar manchmal. Am Anfang haben sie nicht einen Punkt gegen mich erzielen können!! Gegen Jakob habe ich aber absolut keine Chance. Vielleicht am Ende der 9 Monate.

Auf Arbeit bin ich jetzt übrigens mehr oder weniger für die 4 Baby Katzen verantwortlich. Da sie alle ein bisschen wild sind, gehe ich jetzt jeden Tag mit ca. 4-5 Kindern zu den Kätzchen, um sie langsam an Menschen zu gewöhnen. Funktioniert bisher nur so semi gut, aber die Hoffnung stirbt zu letzt!

Am Samstag war ich dann wieder mit vielen Leuten laufen und ich war ehrlich gesagt genauso schlecht wie letzten Samstag :,) Dieses Mal hatte ich meine beiden Gastbrüder überredet mitzukommen, deshalb war ich nicht ganz alleine, aber ich glaube ich bin trotzdem noch mehr gelaufen als gerannt haha. Wir sprechen nochmal in einem Monat oder so xD

Danach kam auch schon eine andere Freiwillige wieder zu Besuch und wir waren ein bisschen spazieren mit den anderen deutschen Freiwilligen, die hier in Mindo wohnen. Irgendwie hat Jakob es geschafft, zu einem Schachturnier in Quito eingeladen zu werden, und war deshalb dieses Wochenende dort. Morgen wird die Freiwillige, die zu Besuch ist, in ein anderes Projekt hier in Mindo reinschnuppern, um zu schauen, ob es ihr gefällt, weil sie gerne das Projekt wechseln möchte. Mal schauen, wie das läuft!

Also wie gesagt: Es ist schon wieder eeeecht viel passiert! Ich hoffe, dass ich noch sehr viel mehr erlebe, von dem ich euch dann berichten kann. Gerade fällt es mir aber genau deshalb schwer, regelmäßig Beiträge zu schreiben, wodurch diese echt zioemlich lang werden ^^“ Ich hoffe das stört euch nicht zu sehr!


Bis ganz bald,

Edda