Zweifel

Schon wieder ein neuer Beitrag, juhuuuu! Heute aber leider mal nicht so gut 🙁

Heute habe ich mir das erste Mal die Frage gestellt, ob das ganze hier wirklich so eine tolle Idee war. Und das war nicht nur so ein Gedanke, sondern eine wirklich ernste Frage, die mir einfach nicht aus dem Kopf gehen will. Warum mache ich das?

Überall wird nur davon gesprochen, wie toll ein Auslandsjahr ist und wie schnell die Zeit vergeht. Mir wird immer gesagt, dass ich die Zeit nutzen und genießen soll. Gerade fällt mir das noch unglaublich schwer. Unter anderem, weil ich noch keine richtigen Freunde habe, wie alle anderen Austauschschüler*innen. Alle erzählen davon, wie sie mit ihren Freunden am Wochenende raus gegangen sind und dass sie schon so viele tolle Leute kennen. Manchmal fühl ich mich einfach ein bisschen einsam. Ich weiß nicht, ob es an mir liegt und ich mich einfach nicht genug anstrenge oder so etwas. Es ist nur etwas schwierig.

Die Sprache ist ein weiterer Grund dafür. Als ich noch in Deutschland war, wurde mir und anderen Austauschschüler*innen immer und immer wieder erzählt, dass die Sprache das kleinste Problem sein wird, aber das stimmt nicht. Die Sprache ist so wichtig und umgibt einen 24/7. Es ist wirklich schwer, im Unterricht alles zu verstehen geschweige denn die Hausaufgaben zu machen. Es ist unglaublich anstrengend, sich die ganze Zeit zu konzentrieren. Manchmal brauche ich eine Pause und schalte einfach ab, weil ich mich einfach nicht mehr konzentrieren kann. Deshalb habe ich morgens häufig keine Lust in die Schule zu gehen.

Vermutlich denkt ihr jetzt: „Ach Quatsch, Edda, du bist doch erst eine Woche da, mach dir nicht so viele Gedanken!“ und ziemlich sicher stimmt das auch (zu mindestens 97%). Trotzdem hat mich dieses Gefühl heute ziemlich fertig gemacht und ich wollte euch gerne davon erzählen. Außerdem habe ich mir gedacht, wenn ich darüber schreibe, könnte mir das auch helfen. Ich wollte euch gerne an (fast) allem, was ich fühle und erlebe teilhaben lassen und wenn ich jetzt so tun würde, als ob alles gut ist, dann wäre das gelogen.

Natürlich gibt es auch gute Dinge, aber gerade überwiegen für mich die Schlechten. Ich versuche, mich mehr auf alles Gute zu konzentrieren, aber einfach ist das nicht und Übung macht die Meisterin. Hoffentlich.

Ich vermisse euch alle so unglaublich!

Bis bald, Edda