Sierra de Gredos

Letztes Wochenende waren wir wieder im Gebirge, aber diesmal ein bisschen weiter weg (2,5 Stunden mit dem Auto ungefähr). Trotzdem ist es noch das gleiche Gebirge. Sierra de Gredos ist der Name des Gebirgszug, in dem wir waren. Die Berge in dieser Region sind ein bisschen höher, als da, wo wir schon einmal an einem anderen Wochenende waren. Dort befindet sich auch der höchste Berg dieses Gebirges: der Pico Almanzor (2592 m). Das Gebirge heißt übrigens Kastilisches Scheidegebirge.

Am Anfang hatte ich nicht so Lust, weil ich wusste, dass ich wieder sehr viele Leute treffen werde. Manchmal fühle ich mich dann halt so verloren und ich weiß nicht, wohin mit mir, weil sich alle unterhalten und ich nicht alles verstehe und schon gar nicht mitreden kann. Natürlich wäre es auch für die anderen schwierig, mich ständig irgendwie mitzunehemen, deshalb ist es auch völlig verständlich und normal, dass ich mich so fühle, aber ich mag dieses Gefühl einfach nicht so gerne.

Die Leute, die ich kennengelernt habe, waren alle Freunde meines Gastvaters. Natürlich hatten einige von ihnen auch Kinder, aber die waren alle jünger als ich. Trotzdem war es sehr lustig mit allen und auf jeden Fall eine gute Spanisch-Übung!

Am Freitag, als wir angekommen sind waren so gut wie alle schon da, was bedeutet, dass erstmal alle begrüßt wurden. Ich finde spanische Begrüßungen mit jedem Mal ein bisschen weniger umgewohnt und irgendwie auch sehr schön. Es ist einfach sehr herzlich und das gefällt mir.
Viel haben wir an dem Abend auch nicht mehr gemacht. Wir sind dann auch relativ früh ins Bett gegangen, weil wir sehr müde waren. Clara ist zu Hause geblieben, weshalb wir im Zimmer nur zu dritt waren.

Am Samstag war der Plan, eine Wanderung zu machen. Allerdings hatten wir alle vergessen, einen Wecker zu stellen und meine Gasteltern hatten auch vergessen, uns zu wecken. Deshalb waren wir ein bisschen spät zum Frühstück, aber das hat nichts gemacht. Nach dem Frühstück sind wir dann auch schon losgefahren, denn zu unserem Startpunkt mussten wir ein bisschen fahren. Die Wanderung hat mir echt gut gefallen, vor allem, weil wir so gut wie die ganze Zeit einen Regenbogen gesehen haben. Ihr wisst aber bestimmt, was zu einem Regenbogen dazugehört. Richtig. Regen. Am Anfang hat es nur ein kleines bisschen geregnet, aber es wurde dann mit der Zeit mehr. Es hat nie so richtig dolle geregnet, aber halt die ganze Zeit und deshalb waren wir am Ende der Wanderung alle komplett nass, das war ein bisschen blöd und der Regen hat ein bisschen genervt. Trotzdem hat es mir gut gefallen! Die warme Dusche danach, war echt sehr geil. Den restlichen Nachmittag/Abend haben wir nicht wirklich noch was spannendes gemacht. Ich habe ein bisschen mit den anderen Kindern/Jugendlichen Fußball gespielt und am Abend habe ich noch sehr viel in einem Buch gelesen, das Sofía mir empfohlen hat. Daraus hat sich dann ein Gespräch mit ihr entwickelt und am Ende saßen wir bis halb drei im Foyers der Jugendherberge und haben geredet. Das hat mir sehr gefallen, ich mag es sehr, mit Sofía zu reden haha. Am nächsten Tag ist uns dann aufgefallen, dass eigentlich um 12 alle auf ihren Zimmern sein sollten, aber es hat sich niemand beschwert, also nicht so schlimm.

Am Sonntag haben wir mit ein paar Leuten noch einen etwas längeren Spaziergang gemacht und danach sind wir auch schon wieder zurück gefahren.

Mir hat das Wochenende sehr gefallen und ich fand es mal wieder sehr schön, mit meiner Familie etwas zu machen. Am Ende war es gar nicht so schlimm die ganzen neuen Leute kennenzulernen, weil natürlich alle suuuuuuuper nett waren. Ich habe es außerdem sehr genossen, dass ich mal ein bisschen mehr Zeit hatte, mit Sofía zu reden, weil sie sonst immer so viel lernen oder Hausaufgaben machen muss.

Ich habe das Gefühl, dass es langsam besser wird und dass ich euch alle nicht mehr soooooo sehr vermisse. Es gibt trotzdem noch viele kleine und auch ein bisschen größere Schwierigkeiten, aber insgesamt bin ich jetzt schon sehr froh, dass ich das hier mache. Ich weiß immer noch nicht, ob das das beste Jahr meines Lebens werden wird, aber das muss ich ja auch nicht. Was ich damit eigentlich sagen wollte: Es gefällt mir hier 🙂


Bis bald, Edda

3 Kommentare

  1. Opa Gerd sagt:

    Hallo Edda,
    was das beste Jahr des Lebens werden wird, weiß jeder erst, wenn man die noch kommenden Jahre auch kennengelernt hat. Und so, wie ich deine Fortschritte im Einleben beobachten kann, wird es zu mindestens ein herausragendes Jahr werden. Trotz „mojarse“ scheint es ja wieder ein tolles Wochenende gewesen zu sein. Ich freue mich für dich, dass du so viel erlebst.

  2. Sofía sagt:

    Es fruh mich sehr das du jetzt ein bisschen besser bist. Auslandejahre manchmal sehr spannend sein können aber ich weiß das sie haben auch sehr schwer Punkte.
    Wie immer, dein Bilder sehen soooo schön aus (das nass Pferd ist sehr süß). Wenn du mein Bilder hochladen hattest glaube ich das die Eindruck ein bisschen andere würde…haha

    Mit dir reden hat mir auch sehr gefallen; du bist die beste „gastschwester?“ das ich könnte haben <3

  3. Astrid sagt:

    Ach, das liest sich alles wunderbar aufregend! Und wie schön es bei euren Ausflügen ist. Besonders bei den Pferden in den Bergen… herrlich! Da würde ich gleich gerne einfach mit wandern.

    Richte gern Sofía aus, wie bewundernswert wir ihre Kommentare auf deutsch finden. Wow! Und liebe Sofía, falls du das lesen solltest: wir grüßen dich und bewundern deine Fähigkeiten. Es ist toll, dass ihr euch habt. 💚

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