Hallo ihr Lieben. Ich bin’s mal wieder. Ich muss euch leider enttäuschen, aber heute gibt es mal wieder ein paar schlechte Themen. Gedanken, die einfach immer in meinem Kopf kreisen und die ich mal loswerden muss. Aber das gehört ja auch dazu und ich möchte euch einfach gerne von allen Seiten über meine Zeit hier berichten. Falls ihr eine kleine Motivation zum Lesen braucht: Am Ende gibt es noch ein paar gute Neuigkeiten, es kann ja nicht alles schlecht sein 🙂
Gerade beginnt an meiner Schule die Klausuren-Zeit. Das bedeutet, dass auf einmal alle Lehrer*innen anfangen Klausuren zu schreiben. Das liegt daran, dass das Trimester Mitte Dezember endet. Das komische daran ist, dass das Trimester an den Schulen meiner Gastschwestern schon diese Woche endet. Nächste Woche ist also schon ein neues Trimester bei ihnen.
Was ich aber eigentlich damit sagen will, dass ich angefangen habe mir sehr viele Gedanken über die Klausuren und meine Noten zu machen. Wie ihr vermutlich wisst, sind meine Noten hier vollkommen egal. Jetzt denkt ihr euch vielleicht: Warum macht sie sich denn dann Sorgen? Ich muss ehrlich zugeben: Das frage ich mich auch! Für mich ist gerade Mathe besonders schwierig, weil ich einfach nichts verstehe. Das liegt allerdings nicht an der Sprache, sondern am Thema/der Lehrerin, weil sehr viele meiner Mitschüler*innen verstehen auch nicht besonders viel. Bei den anderen Fächern ist das auch so eine Sache: Ich verstehe an sich alles mehr oder weniger, aber ich habe einfach keine Lust, so viel Zeit ins Lernen zu investieren.
Worüber ich mir aber eigentlich Sorgen mache, ist, ob ich dann in Deutschland auch wieder alles verstehe, denn wenn ich zurück in die deutsche Schule starte, ist nichts mehr mit entspannt am letzten Tag vor der Klausur noch ein ganz bisschen lernen. Nein, dann ist Oberstufe und das ist mir ziemlich wichtig, weil ich gerne ein gutes Abi haben möchte, damit mir später alle Türen offen stehen. Gleichzeitig habe ich aber auch Angst, dass ich mich überarbeite, weil ich es zuuu ernst nehme.
Ich denke einfach, dass ich mir wünsche, ein gutes Gleichgewicht zu finden, was nie so richtig einfach ist. Vermutlich werde ich es auch nicht perfekt hinbekommen, weil das ist einfach unmöglich. Aber wie eine weise Frau mir mal gesagt hat: Es ist in 95% der Fälle irgendetwas dazwischen. Vermutlich werde ich also ein paar Nervenzusammenbrüche überstehen müssen, aber es wird genauso auch gute Zeiten geben.
Ich weiß, dass es vermutlich nicht so schlimm wird, zumindest ist das das, was alle Austauschschüler*innen, die ich kenne, die wieder zurück gekommen sind, gesagt haben. Ich glaube denen kann man trauen.
Um dieses Thema abzuschließen werde ich euch noch einen sehr weisen Spruch meiner Gastschwester präsentieren:
Edda, du kannst darüber nachdenken, aber nicht jetzt, sondern, wenn du wieder in Deutschland bist.
Carmen, 12 Jahre
Natürlich ist das einfacher gesagt als getan, aber ich fand es trotzdem sehr süß und ich habe mich gefreut.
Außerdem habe ich gerade wieder ein schlechtes Gewissen, weil ich mich öfter mal dabei „ertappe“, wie ich mich ein bisschen auf den Tag freue, an dem ich wieder zurück nach Deutschland fliege. Ich weiß, dass das noch echt lange hin ist und dass ich mich erstmal auf hier konzentrieren sollte (was ich auch wirklich versuche!!), aber das ist auch wieder leichter gesagt als getan. Ich arbeite daran! Ich verspreche es euch.
So jetzt habe ich aber selbst genug von all diesen schlechten Dingen. Deshalb jetzt zu den guten: Ich habe das Gefühl, dass ich langsam echte Freunde finde. Damit meine ich, dass ich mich immer ein bisschen besser mit meinen Freunden verstehe. Sowohl die spanischen, als auch die aus anderen Ländern (bzw. aus Thailand haha).
In der Schule bin ich mit jeder Woche ein bisschen lockerer. Ich fange langsam an, die Schule nicht mehr so zu verabscheuen (ich hab irgendwie kein besseres Wort dafür). Ich finde sie immer noch nicht unglaublich toll, aber wenigstens nicht mehr total doof. Ich freue mich besonders auf die Klausuren-freie Zeit hihi. Außerdem ist mir auch aufgefallen, dass wenn ich wenigstens ein kleines bisschen zuhöre und ein bisschen die Hausaufgaben mache, ich viel besser in der Schule mitkomme und alles verstehe. Abgesehen von Mathe, Spanisch und Philosophie. Ich kann mir allerdings vorstellen, dass das in Mathe auch ein bisschen helfen würde. Ich habe nämlich kein einziges mal die Hausaufgaben gemacht, upsiiiii. Jaaaaaaa guuuuuut vielleicht liegt es auch daran, dass ich es nicht so gut verstehe. Ich versuche es beim nächsten Thema, vielleicht klappt es ja. Allerdings habe ich auch keine Lust, jeden Nachmittag zwei Stunden Hausaufgaben zu machen. Ich werde schon einen Weg finden. Hoffentlich.
Mit meinen Thai-Freundinnen habe ich mich jetzt schon mehrmals getroffen und ich geniße die Zeit mit den beiden echt sehr. Es fühlt sich einfach so entspannt und gar nicht gezwungen oder peinlich oder so an. Es ist witzig, macht Spaß und vor allem sind wir alle in der gleichen Situation und wir verstehen uns einfach gut.
Ich habe zwar nicht besonders viele Freunde, aber die, die ich habe mag ich sehr. Trotzdem können sie natürlich nicht meine deutschen Freunde ersetzen, aber vielleicht werden sie einfach andere Freunde 🙂
Und dann ist da noch meine Gastfamilie. Wenn ihr das lest: DANKE, ich habe euch alle so lieb <3
Hach, es hat mal wieder so gut getan alles negative rauszulassen und mir nochmal vor Augen zu führen, was stattdessen alles gut ist. Ich hoffe euch geht es allen gut. Ich vermisse euch!
Bis bald, Edda
PS: Nochmal eine kleine Erinnerung an das Wort der Woche und falls ihr euch für die kulinarischen Spezialitäten von Spanien interessiert auch das Essen! 🙂
Opa Gerd sagt:
Hallo Edda,
zu deinen geschilderten Problemen fällt mir nur ein Spruch eines indischen Philosophen ein (seinen Namen habe ich vergessen):
„Ich schlief und träumte, das Leben sei schön,
ich erwachte und sah, das Leben ist Pflicht.
Ich handelte und siehe: Aus der Pflicht wurde Freude.“
Nimm nicht alles zu tragisch, aber so ganz ohne Hausaufgaben wird es auch nicht gehen und wenn du wieder in Deutschland in die Schule gehst, wirst du über diese Probleme nur noch lächeln. Es freut mich, dass du nun auch deine Freizeit mit Freundinnen verbringst. Genau das ist doch so wichtig bei einem Auslandsaufenthalt.
25. November 2023 — 16:42
(Opa) Beate ;-) sagt:
Liebe Edda, Du bist genau auf dem richtigen Weg. Und Wege sind nun mal nicht immer eben, Stolpersteine liegen überall rum.
Wir müssen sie bloß umgehen und das gelingt leider nicht immer. Nicht mal uns
„Erwachsenen“. Es ist aber sehr schön, dass Du immer mehr mit Deinen Freundinnen unterwegs bist. Geniesse das ruhig und mit bestem Gewissen.
Der Umstieg in die Schule zu Hause wird Dir gewiss viel leichter fallen, als Du jetzt denkst. Aber jetzt kommt ja erst mal die Vorweihnachtliche Zeit. Das wird bestimmt spannend für Dich.
Liebe Grüße
Opa B.:-)
29. November 2023 — 23:14
Stephan sagt:
Es ist voll schön, zu sehen, wie es insgesamt immer besser für Dich wird. Auch wenn es immer mal wieder neue Themen gibt, die einem das Gemüt schwer machen, so wird es immer ein wenig schöner. Ich bin ja schon mal voll gespannt, wie es vor und zu Weihnachten wird, denn das ist ja vermutlich nochmal eine ganz eigene Welt. 😀
Bleib positiv, hab eine gute (Vorweihnachts-) Zeit!
12. Dezember 2023 — 15:38